www.habiger.at
logo3
filler

Computerspiele: Wiener Jugendanwalt fordert Einhaltung und nicht Änderung der gesetzlichen Bestimmungen

Produzenten, Handel, Eltern und TV-Anstalten sind aufgerufen ihre Verpflichtungen einzuhalten

Aufgrund der wieder aufgeflammten Diskussion zum Thema gewalthaltiger Computerspiele wünscht sich der Wiener Jugendanwalt Schmid nicht neue gesetzliche Verschärfungen, sondern die Einhaltung der bereits bestehenden Jugendschutzbestimmungen. Die Produzenten von PC-Spielen sind angehalten, keine jugendgefährdeten Spiele auf den Markt zu bringen und der Handel sollte die neuen Jugendschutzbestimmungen ernst nehmen und beim Verkauf die gesetzlich geforderten Altersbestimmungen einhalten. Ein kürzlich erst von saferinternet.at in Wien durchgeführtes Mystery Shopping hat gezeigt, dass hier noch enorme Defizite bestehen.

Eltern und andere Erziehungsberechtigte haben ebenfalls die im Jugendschutzgesetz festgehaltene Verpflichtung, die von ihren Kindern verwendeten Spiele zu kontrollieren. Der Umgang mit PC - Spielen der Kinder und Jugendlichen sei Teil der Erziehungsverantwortung der Eltern. Leider löst aber bei vielen Eltern das Thema Jugendschutz ein mildes Lächeln aus, oder die Kommunikation ist aus den verschiedensten Gründen innerhalb der Familien bereits so reduziert, dass diese Problematik gar nicht mehr angesprochen wird. Jede noch so verschärfte Gesetzesveränderung sei dann sinnlos, wenn die Verantwortlichen nicht bereit seien, die bereits bestehenden Regelungen nicht einzuhalten, so der Jugendanwalt.

Letztendlich haben aber auch TV - Anstalten die Verantwortung mit gutem Beispiel voranzugehen. Denn kein einziger Jugendlicher nimmt das Verbot von gewalthaltigen PC-Spielen ernst, wenn er sieht, dass die vom Fernsehen angebotenen Spielfilme kaum weniger brutal sind als seine eigenen Spiele. Und von den Eltern regelmäßig konsumiert werden.

"Es geht nicht um strengere Gesetze und Bestimmungen, sondern um das
fehlende Verantwortungsbewusstsein bei vielen an der Sozialisation von Kindern und Jugendlichen beteiligten Personen und Institutionen. Hier müssen wir uns der Herausforderung stellen und nicht irgendwelche Paragrafen umformulieren" schloss Jugendanwalt Schmid.

Rückfragehinweis:
Kinder- & Jugendanwaltschaft Wien
Herr Dr. Anton Schmid
Tel: (++43-1) 70 77 000
filler