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Netzwerk Kinderrechte fordert in aktueller Sexualstraftäter-Diskussion mehr Augenmerk auf Präventionsarbeit bei Kindern und Jugendlichen


„Kinder, die als Rechtspersönlichkeiten gelten, sind besser vor Gewalt geschützt!“

„Es ist Tatsache, dass die Position von Kindern und Jugendlichen in diesem Land nach wie vor keine sehr starke ist. Kinder werden in Österreich tendenziell als Objekte und nicht als Rechtssubjekte betrachtet. Das ist zwar nicht die Ursache für solche Verbrechen, aber in so einer Gesellschaft passiert es eben leichter, Kindern sämtliche Rechte abzusprechen und sie zum eigenen Besitz zu degradieren.“ stellt der Kinder- und Jugendpsychiater Univ.-Prof. Dr. med. Ernst Berger, Mitglied des Netzwerks Kinderrechte, einem unabhängigen Netzwerk von 26 Kinderrechte-Organisationen und –Institutionen, den Zusammenhang zwischen dem Inzestfall von Amstetten und den Kinderrechten her. Das Netzwerk Kinderrechte fordert daher in der aktuell laufenden Diskussion über den Umgang mit Sexualstraftätern und über Strafverschärfung für Sexualtäter viel mehr Augenmerk auf das Thema Prävention. Kinderrechte sind dabei ein starker Präventionsfaktor, damit Gewalt gegen Kinder und Jugendliche zurückgedrängt wird.

„Wir brauchen eine offensive Kinderrechtspolitik im Sinne der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen. Kinder, die als Mitmenschen und Rechtspersönlichkeiten wahrgenommen werden, sind besser vor Gewalt geschützt. Deshalb verlangen wir mit Nachdruck, dass die Politik mit der gleichen Energie wie sie jetzt nach Straferhöhungen ruft, bei öffentlichen Auftritten und in flächendeckenden Programmen Bewusstseinsbildung bei Erwachsenen und Kindern und Jugendlichen selbst zu den Kinderrechten betreibt. Jeder junge Mensch bis 18 Jahre hat laut UN-Kinderrechtskonvention das Recht auf ein gewaltfreies Leben und das Recht auf Schutz und Unterstützung. Dahin müssen unserer Meinung nach momentan verstärkt die Überlegungen laufen, wie effektiver Kinderschutz als nationale Anstrengung in Österreich gelingen kann.“ heißt es dazu aus den Kinderrechte-Organisationen -  Informationen zu Kinderrechten und zum Netzwerk unter www.kinderhabenrechte.at

Es gäbe einschneidende gesellschaftliche Veränderungen, wodurch es vielen Eltern – aus verschiedenen Gründen – nicht oder nur mit größter Anstrengung gelingen würde, für die körperlich und seelisch gesunde Entwicklung ihrer Kinder zu sorgen. Eine undifferenzierte Anzeigepflicht etwa würde das Gegenteil bewirken – nämlich eine Verschlimmerung der Situation von Kindern, die Gewalt erleben, da eine Nicht-Inanspruchnahme ärztlicher Versorgung drohe. Für das Netzwerk Kinderrechte bedarf es vielmehr eines Gesamtpaketes, ein Wandel im System der Jugendwohlfahrt sei unumgänglich: die Zeit für direkten Kontakt mit den Familien muss in den Vordergrund treten vor Verwaltung und bürokratischen Aufgaben. Dazu müsste einerseits der Präventionsauftrag stärker gewichtet werden und andererseits die Kontrollfunktion der Jugendwohlfahrt hervorgestrichen werden. Eine Verankerung der UN-Kinderrechtskonvention in der österreichischen Verfassung, wie auch von der UNO seit Jahren gefordert, stehe noch immer aus, kritisiert das Netzwerk zuletzt.

Rückfragehinweis: Netzwerk Kinderrechte Österreich www.kinderhabenrechte.at
Elisabeth Schaffelhofer-Garcia Marquez – Mobil: 0676/88011-1016
Mail: elisabeth.schaffelhofer@kinderhabenrechte.at
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