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"Jedes Kind hat ein Recht auf seine Kindheit, auf Geborgenheit, Freude, Verspieltheit"

Kinderrecht auf Kunst
Ö1 Mittagsjournal
- Sabine Oppolzer
Mittwoch 21.11.2007
Länge: 3:41 min
http://oe1.orf.at/inforadio/83751.html?filter=0


Königin Silvia von Schweden hat heute Vormittag erstmals im Rahmen des schwedischen Staatsbesuches öffentlich das Wort ergriffen. Das Thema ihrer Rede im Wiener Museumsquartier: "Das Recht auf Kunst ist ein Kinderrecht."

Unter demselben Motto hatte gestern, am Welttag der Kinderrechte, ein Symposion stattgefunden - der Höhepunkt der Schwedenwochen. Teilnehmer waren zwölf Repräsentanten von Kulturinstitutionen aus Schweden und Österreich, die sich mit Kinderkultur befassen.

Royales Engagement
Königin Silvia von Schweden ist bekannt für ihr Engagement für missbrauchte und vernachlässigte Kinder. Ihre Rede war sehr persönlich gehalten. Darin hieß es unter anderem: "Jedes Kind hat ein Anrecht auf seine Kindheit, auf Geborgenheit, Freude, Verspieltheit, Neugierde auf das Leben. Alle haben das Recht aufzuwachsen, und sich sozial und intellektuell zu entwickeln. Viele Kinder werden dieser grundlegenden Rechte beraubt."

Weltkinderstiftung
Der Umstand, dass Kinder vernachlässigt, misshandelt und auf verschiedene Weise erniedrigt werden, dass sie keine Chance auf ein würdiges Leben erhalten würden, war für Königin Silvia vor acht Jahren der Ausgangspunkt zur Gründung der World Childhood Foundation, die heute bereits Hunderte Projekte in fünfzehn Ländern weltweit betreibt. Dazu gehören etwa Theaterstücke in Brasilien, die die zumeist nicht alphabetisierten Kinder über sexuellen Missbrauch aufklären oder ein Kulturprojekt in der Ukraine, in dem die Menschen über die spezielle Situation von Roma-Kindern aufgeklärt werden.

Theater könne helfen, Erlebnisse zu artikulieren, über die Kinder sonst nicht zu sprechen wagen würden, ist die Monarchin überzeugt: "Kunst und Kultur können helfen, Kindern ihr zerstörtes Selbstwertgefühl zurück zu geben."

Kultur als Lebensmittel
Für Wiens Kulturstadtrat, Andreas Mailath-Pokorny, geht es nicht nur darum, Kinder vor Vernachlässigung und Missbrauch zu schützen, sondern sie mittels Kultur in der optimalen Entwicklung ihrer geistigen und emotionalen zu unterstützen.

Wie ein gestern abgehaltenes Symposion gezeigt hat, hat Schweden in Sachen Kinderkultur Vorbildfunktion für Österreich. Während etwa Theater für Kinder hierzulande oft belächelt wird und kaum Beachtung der Theaterkritik findet, werden in Schweden die besten Schauspieler und Regisseure fürs Kindertheater eingesetzt, weshalb diese Aufführungen auch von Erwachsenen als Events wahrgenommen würden.

Die Kindertheaterstoffe sind nicht pädagogisch, sondern helfen den Kindern, Alltagsprobleme wie Alkoholismus oder Scheidung zu reflektieren. Auch wenn solche Themen in Österreich verstärkt verhandelt werden, wird die Bedeutung des Kindertheaters noch oft darin gesehen, Theaterbesucher von morgen heranzuziehen.

Bezug zu Lindgren
Im Rahmen ihrer Rede nahm Königin Silvia von Schweden auch auf Astrid Lindgren zu sprechen und zog das Resümee, dass Lindgrens Worte ihr Kraft und Mut gegeben hätten, Kindern in Angst und Not zu helfen.

Die Rede wurde im Wiener Museumsquartier gehalten, wo mit dem Zoom Kindermuseum und dem Dschungel Wien, zwei wichtige österreichische Institutionen der Kinderkultur untergebracht sind.
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