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Aktuelle kinderrechtliche Problembereiche in Österreich

Nein, in Österreich werden nicht alle Kinderrechte umgesetzt: spielende Kinder als Lärmbelästigung, Gewalt, sexuelle Übergriffe unter jugendlichen Straftätern, Haft für 16-jährige AsylwerberInnen

Eine Bestandsaufnahme am 20. Mai 2011 zeigt ein paar kinderrechtliche Problembereiche in Österreich:

1) Gewalt an Kindern
"Jugendamt: Kinder werden zu sehr vernachlässigt", Die Presse, Printausgabe 20.5.2011 Was sagt die Kinderrechtskonvention dazu?
Artikel 19
(1) Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Gesetzgebungs-, Verwaltungs-, Sozial- und Bildungsmaßnahmen, um das Kind vor jeder Form körperlicher oder geistiger Gewaltanwendung, Schadenszufügung oder Mißhandlung, vor Verwahrlosung oder Vernachlässigung, vor schlechter Behandlung oder Ausbeutung einschließlich des sexuellen Mißbrauchs zu schützen, solange es sich in der Obhut der Eltern oder eines Elternteils, eines Vormunds oder anderen gesetzlichen Vertreters oder einer anderen Person befindet, die das Kind betreut.

2) Spielende Kinder als Lärmbelästigung
"Kinder müssen einfach Lärm machen dürfen", Der Standard, Printausgabe 20.5.2011

Was sagt die Kinderrechtskonvention dazu?
Artikel 31
(1) Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes auf Ruhe und Freizeit an, auf Spiel und altersgemäße aktive Erholung sowie auf freie Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben.

3) Sexuelle Übergriffe unter jugendlichen Straftätern in Gefägnissen
"Jugendhaft: Situation in Wien etwas entspannt - 40 jugendliche Häftlinge sind seit Februar in die Jugendstrafanstalt Gerasdorf in Niederösterreich überstellt worden. Damit entspannte sich die Platzsituation in der Justizanstalt Wien-Josefstadt etwas. Die Jugendlichen haben zudem bessere Haftbedingungen. Probleme gibt es vor allem wegen sexueller Übergriffe.", ORF-Seite, 20.5.2011

Was sagt die Kinderrechtskonvention dazu?
Artikel 40
(1) Die Vertragsstaaten erkennen das Recht jedes Kindes an, das der Verletzung der Strafgesetze verdächtigt, beschuldigt oder überführt wird, in einer Weise behandelt zu werden, die das Gefühl des Kindes für die eigene Würde und den eigenen Wert fördert, seine Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten anderer stärkt und das Alter des Kindes sowie die Notwendigkeit berücksichtigt, seine soziale Wiedereingliederung sowie die Übernahme einer konstruktiven Rolle in der Gesellschaft durch das Kind zu fördern.


Das war nur eine zufällige Bestandsaufnahme in österreichischen Medien am 20. Mai 2011. Die letzte Beurteilung der Kinderrechte in Österreich hat 2005 der UNO Kinderrechtsausschuss vorgenommen - hier geht es zu seinen Empfehlungen.
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